Wolfram Meyer

Interview mit Wolfram Meyer

Wolfram MeyerDZ. Wolfram, am 1. September nimmst Du Deinen Dienst als dritter Pastor in der Braunschweiger Friedenskirche auf. Im Ältestenkreis, vor der Gemeindeleitung und der Mitgliederversammlung hast Du zusammen mit Deiner Frau Renate schon viele Fragen zu Eurer Person und Geschichte beantwortet. Zum besseren Kennenlernen möchte ich an dieser Stelle gern noch mal die eine oder andere Frage an Euch richten. Verrätst Du uns ein paar persönliche Daten aus Deinem Lebenslauf?

WM: Ich bin am 10.2.1956 in Einbeck geboren und bin dort auch aufgewachsen und bis zum Abitur in die Schule gegangen. Meine Eltern und auch meine drei Älteren Brüder waren bei den Einbecker Baptisten engagiert. In dieser Gemeinde habe ich auch meine ersten Schritte im Glauben gemacht, mich taufen lassen und mitgearbeitet. Nach dem Abi habe ich von 1974 bis 1980 in Göttingen Theologie studiert, zwischendurch zwei Auslandssemester in Zürich. Auf das Examen folgte dann ein Kandidatenjahr am Theologischen Seminar unserer Freikirche, das damals noch in Hamburg war. Dort habe ich dann auch meine Frau Renate kennen gelernt, und zwar in der Hamburger SMD-Gruppe (Studentenmission Deutschland), in der wir beide mitgearbeitet haben. 1982 haben wir in Herne geheiratet. In der „Herner Zeit“; sind unsere beiden Ältesten Kinder geboren, Christian (1984) und Katharina (1986), in der „Gifhorner Zeit“; Dorothea (1988) und Anna-Maria (1990).

 

DZ. Wie kamst Du darauf, Pastor zu werden?

WM. Die Initialzündung war bei mir mit neun Jahren. Der Bericht eines Brasilienmissionars hatte mich so stark angesprochen, daß ich Missionar werden wollte. Dieser innere Ruf hat mich in der ganzen Schulzeit begleitet und in der Zeit des Abiturs gab es noch mal eine intensive Zeit des Fragens und Betens, um Gottes Weg für mich klar zu haben.

 

DZ. Welche Erfahrungen aus Deiner Ausbildung konntest Du später im Beruf auch umsetzen?

WM. Besonders geistlich geprägt hat mich die Zeit des Kandidatenjahres in Hamburg. Hier habe ich die Arbeit von Pastor Wolfram Kopfermann, der damals in der Petrikirche arbeitete, näher kennen gelernt. Er hat mir die Wichtigkeit vermittelt, geistliche Ziele und Visionen für eine Gemeindearbeit zu entwickeln und die Bedeutung des Heiligen Geistes für die Arbeit im Reich Gottes nicht zu unterschätzen.

 

DZ. Welche Schwerpunkte hattest Du in Deinem bisherigen Dienst als Pastor?

WM. Missionarischer Gemeindeaufbau und Seelsorge waren mir immer sehr wichtig. Deshalb hatten wir in Gifhorn durch IGNIS-Seelsorgeseminare ein Seelsorgenetz aufgebaut. Ich habe meine seelsorgerliche Arbeit persönlich noch durch eine Zusatzausbildung in systemischer Therapie unterfüttert. Durch Glaubenskurse, wie den alpha-Kurs, sind viele Menschen zum Glauben gekommen. Und ein missionarisch-seelsorgerlicher Predigtstil liegt mir auch am meisten.

 

DZ. Was waren Deine Stationen als Gemeindepastor?

WM. Von 1981 bis 1987 war ich Vikar / Pastor in Herne, einer Gemeinde im Ruhrgebiet. Hier war ein wichtiger Schwerpunkt von Renate und mir die missionarische Jugendarbeit. Von 1987 bis 2004 war ich Pastor in Gifhorn. Auch hier lag mir die missionarische Arbeit, aber auch die Seelsorge sehr am Herzen. In dieser Zeit ist die Gemeinde auf ca. 370 Mitglieder gewachsen, so daß ich zuletzt mit einem weiteren Pastor und einem Jugenddiakon den Dienst versehen habe.

  

DZ. Was hast Du von 2004 bis heute gemacht?

WM. Wegen eines starken Tinnitus und eines Burnouts habe ich 2004 vom Dienst als Pastor eine Auszeit genommen und mich von unserer Freikirche beurlauben lassen. In dieser Zeit habe ich mich weiterqualifiziert, so daß ich eine eigene Praxis mit den Schwerpunkten Psychotherapie und Tinnitusbehandlung betreiben konnte.

 

DZ. Was bewog Dich, von Deinem neuen Beruf wieder zum alten zu wechseln?

WM. Für mich war die Berufung als Pastor nie ganz beiseite gelegt. Sondern für mich war die Frage, ob Gott mich weiter hauptberuflich oder in Teilzeit in der Reich-Gottes-Arbeit haben möchte. Ende 2007 spürte ich, daß ich wieder fit war und wir offen sein sollten für neue Weichenstellungen, die Jesus zeigen würde.

 

DZ. Wo siehst Du in der Friedenskirche die Schwerpunkte Deiner Arbeit?

WM. Zum einen hoffe ich, dass ich meine beiden Kollegen gut in ihrer Arbeit unterstützen und ergänzen kann. Zum anderen kann ich mir sehr gut vorstellen, missionarische Glaubenskurse mit einem Team durchzuführen. Die Integration neuer Gemeindeglieder im Blick zu haben als auch derjenigen, die eher am Rand des Gemeindelebens stehen. Ich denke, dass mir dabei meine seelsorgerliche Art eine Hilfe sein wird. Weitere Schwerpunkte werden sich sicherlich noch im Gemeindealltag zusammen mit meinen Kollegen herauskristallisieren.

 

DZ. Was ist Dein Wunsch an die Gemeinde?

WM. Verbindlichkeit und Offenheit. Ich wünsche mir, daß jedes Mitglied verbindlich mit Jesus und verbindlich in Bezug zu den anderen Mitgliedern, den Schwestern und Brüdern in Christus, lebt. Und die Offenheit andere in diese Beziehungen, zu Jesus und zu den anderen, mit hinein zu nehmen. 

 

DZ. Renate, wo liegen Deine Wurzeln?

RM. Ich bin in Jemgum aufgewachsen, einem ostfriesischen Dorf. Dort waren meine Eltern beide Lehrer. Geprägt wurde ich aber eher durch die Brüdergemeinde in Leer, zu der meine Eltern gehörten. Die exklusiven Brüder waren allerdings, wie schon der Name sagt, sehr exklusiv. Kontakt zu anderen Kirchen gab es da nicht. Meinem älteren Bruder verdanke ich es, daß ich den Mut gehabt habe, mich in Hamburg gleich zu Beginn meines Studiums der SMD anzuschließen. Naja, und da habe ich sofort den Wolfram kennen gelernt. Pastor Kopfermann aus der Petrikirche hat mich übrigens auch sehr geprägt, unabhängig von Wolfram.

 

DZ. In welchen Bereichen der Gemeindearbeit hast Du schon Erfahrungen gesammelt?

RM. Ich habe zu Anfang unserer gemeinsamen Zeit in Herne und auch in Gifhorn viel mitgearbeitet, im kreativen Bereich, bei Sketchen, Musical und im Gospelchor sowie thematisch in Vorbereitung und Durchführung von Seminaren und Glaubenskursen zusammen mit Wolfram, bei Freizeiten und in der Seelsorge. Später, als ich berufstätig wurde und die Kinder älter wurden, ist allerdings nicht mehr so viel Zeit für die Arbeit in der Gemeinde geblieben.

 

DZ. Bist Du noch berufstätig?

RM. Ja, und für das kommende Schuljahr noch mit voller Stelle. Ich werde mindestens noch ein Jahr lang in Gifhorn mit voller Stelle am Otto-Hahn-Gymnasium tätig sein. Längerfristig denke ich, daß ich meine Stundenzahl reduzieren kann, um mich mehr in der Braunschweiger Friedenskirche zu engagieren. Wir haben das alles im Gebet Gott gesagt und vertrauen darauf, daß er es lenkt.

 

DZ. Renate und Wolfram, als Gemeinde freuen wir uns auf Euch und wünschen Euch ein rasches Einleben mit vielen schönen Begegnungen und die Kraft und den Segen unseres Herrn.


Mein Leben in Stichworten

  • geboren am 10.02.1956 in Einbeck / Niedersachsen
  • seit 1982 verheiratet mit Renate (Lehrerin)
  • Kinder: Christian (1984), Katharina (1986), Dorothea (1988) und Anna-Maria (1990)

 

Ausbildung

  • 1974 Abitur
  • 1974 – 1980 Studium der Theologie in Göttingen mit Auslandssemestern im Zürich
  • 2003 – 2008 Ausbildung Psychotherapie und Tinnitusbehandlung

 

Berufliche Stationen

  • 1981 – 1987 Vikar / Pastor in Herne
  • 1987 – 2004 Pastor in Gifhorn
  • 2006 – 2008 eigene Praxis für Tinnitusbehandlung und Psychotherapie
  • seit 01.09.2008: Pastor der Braunschweiger Friedenskirche

 

Hobbys

  • Radfahren
  • mit dem Hund joggen
  • imkern