A. v. Krosigk

Interview mit Alexander von Krosigk

von Krosigk Alexander

Alex, wir gratulieren Dir zu Deiner Berufung als neuer Mann für das Projekt  Gemeindegründungen. Wie habt Ihr als Ehepaar diese Berufung erlebt?

Es war ein sehr besonderer Prozess für uns beide, so der alten, neuen Gemeinde zu begegnen. Genauso wie die Gemeinde sich in der letzten Zeit darüber Gedanken gemacht hat, ob wir die Richtigen für diese Stelle sein könnten, haben Jenny und ich uns überlegt, ob es für uns der nächste richtige Schritt ist. Wir fragten uns, was über die tollen Begegnungen in der Gemeinde hinaus für uns wichtig wäre, um diesen Schritt zu gehen.

Was waren die Dinge, die euch letztlich bewogen haben, euch für Braunschweig zu entscheiden?

Die letzten Jahre ist mir sowohl im Studium, als auch im praktischen Gemeindeleben eine Sache sehr deutlich geworden: Entscheidungen können strategisch und auch mit Fleiß erarbeitet, aber auch in einer Offenheit für die Führung durch den Heiligen Geist empfangen werden. Für mich sind dies zwei Seiten einer Medaille. Wir denken, dass in der Friedenskirche diese beiden Seiten in einem guten Gleichgewicht zueinander stehen. Das ist nicht selbstverständlich, spricht für uns deshalb sehr für diese Gemeinde.

Der zweite Punkt ist, dass ich in den letzten Jahren Erfahrungen in vielen Projekten gewinnen durfte: Als ich nach Hamburg kam, gründete ich gleich eine Jugendgruppe in meiner ersten Gemeinde. Seit dem Beginn meines Studiums arbeitete ich dann bei Immonet.de. Die Firma wuchs in der Zeit von 40 auf über 200 Mitarbeiter an. Mich faszinierte die Dynamik und auch die Art und Weise, wie diese Firma immer weiter Gestalt annahm. Ich war dann selbst sehr stark in eine weitere Firmengründung involviert und durfte auch zwei verschiedene Gemeindegründungsprojekte begleiten und mitgestalten. Die Aufgabe hier in Braunschweig entspricht also absolut meiner Leidenschaft!

Also du bist fasziniert davon, Dinge zu gestalten und sprichst gleichzeitig von der Gründung von Firmen und von Gemeinden. Ist das vergleichbar, oder anders gefragt: welche Bedeutung hat für Dich das Thema Gemeindegründung?

Ich fange mal von hinten an. Zu Beginn meines Studiums habe ich mich mit anderen ab und zu getroffen, um zusammen in der Bibel zu lesen und über die Texte zu sprechen. Es waren sehr intensive Momente. Einmal fragte eine Frau in die Runde: Warum kann so nicht auch mal ein Gottesdienst sein? Die Frage begleitete mich, weil sie letztlich eine tiefe Sehnsucht ausdrückt, einen Ort zu finden, an dem man seine Lebensfragen stellen kann. Ich habe deshalb mit Freunden angefangen zu fragen, welche Möglichkeiten es noch geben könnte, einen Gottesdienst zu feiern.

Gemeindegründung bedeutet für mich: Ich frage danach, wie ich einen Gottesdienst gestalten muss, damit Menschen intensive Momente mit Gott erleben können. Ich bin vielen Menschen begegnet, die auf der Suche nach so einem Ort und vor allem auf der Suche nach einer Begegnung mit Gott sind.

In Firmengründungen hat mich die Dynamik und Zielorientierung begeistert. Es gab in der Vergangenheit eine Bewegung, Managementansätze in die Kirche zu übertragen. Dies wurde vielleicht manchmal auch übertrieben. Man kann in einer Kirche die Begegnungen, die Menschen mit Menschen und mit Gott haben, nicht in Zahlen darstellen. Aber die Power, die Leidenschaft und auch die strategischen Zielsetzungen, die ich von Firmengründungen kenne, sind mir auch in der Gemeindearbeit begegnet und sind für mich die zweite Seite der angesprochenen Medaille.

Das klingt ja spannend. Was werden Deine Hauptaufgaben hier in der Friedenskirche sein?

Man könnte es so zusammenfassen: Einen neuen Gottesdienst an einem neuen Ort starten. Das ist das Ziel und es ist auch das Ziel, diesen zu etablieren und weiterzuentwickeln. Aber zunächst ist der Weg zu diesem Gottesdienst erst einmal die Aufgabe.

Das bedeutet, dass wir uns als ganze Friedenskirche gemeinsam auf den Weg machen, für die Stadt beten und sensibel prüfen, in welche Richtung es gehen soll. Das bedeutet aber auch, zielorientiert zu untersuchen, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Dafür gibt es einige gute Werkzeuge und Ansätze.

Welchen Wunsch hast Du zu Beginn Deiner Arbeit an die Gemeinde?

Ich wünsche mir eine Offenheit dafür, zu fragen, wie ein Gottesdienst aussehen kann, an dem Menschen besondere Momente mit Gott erfahren. Ich wünsche mir auch eine rege Beteiligung möglichst der ganzen Gemeinde und bin gespannt, in welche Richtung es gehen wird.


Mein Leben in Stichworten

geboren am 29.11.1983 in Braunschweig

1991 Taufe im Tankumsee

seit 2009 verheiratet mit Jennifer

2011 Geburt von Mara

2013 Geburt von Lene

Ausbildung

2003 Abitur

2004/2005 FSJ in der ev.-freik. Gemeinde Hamburg-Billstedt: Gründung einer Jugendgruppe

2005 Studiumsbeginn evang. Theologie an der Universität Hamburg

2007-2009 Mitarbeit Gemeindegründung Schanzenkirche

2010 – 2014 Mitarbeit Gemeindegründung Hamburg-Projekt

2013/2014 Diplomarbeit
Die Entwicklung des Hamburg-Projekts im Kontext urbaner Gemeindemodelle

Berufliche Stationen

seit September 2014: Pastor für Gemeindegründungen in der Friedenskirche